Schiffsdeck statt Schulbank – Berufsschüler besuchen den Hafen in Santos – Humboldt

Schiffsdeck statt Schulbank – Berufsschüler besuchen den Hafen in Santos

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Auf Einladung des Ausbildungsunternehmens Hamburg Süd besuchten die Schüler des 2. Ausbildungsjahrs der Kurse Industrie und Spedition am 5. Juni den größten Hafen in Südamerika. Die Stadt Santos liegt nur knapp 70 km südlich von der Metropolregion São Paulo, wo über 10 % des brasilianischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet wird. Für die brasilianische Wirtschaft hat der Hafen daher eine wichtige strategische Bedeutung.

Kennenlernen der Hafenlogistik

Zu Beginn des Besuchs bekamen die Berufsschüler einen Eindruck von der Dimension des Geländes. Mit über 13 Kilometer Kaimauer können 59 Containerschiffe gleichzeitig anlegen. An zehn verschiedenen Toren kommen die vorab registrierten Lastwagen an, erhalten automatisch den Lagerplatz, wo sie ihre Container abzuliefern haben. In maximal 40 Minuten müssen die Lkw das Hafengelände wieder verlassen haben, um den Warendurchfluss nicht zu gefährden. Pro Tag kommen bis zu 4.000 Lastwagen an. Die Anlieferung per Zug macht nur 5 % des Warenumschlags aus. Auch die Kontrolle durch den Zoll wurde begutachtet. Alle Container werden gescannt und auf illegale Güter kontrolliert. Alleine in diesem Jahr wurden über 3.000 Tonnen Drogen sichergestellt, was laut Angaben des Mitarbeiters des Hafens Santos aber nur die Spitze des Eisbergs ausmacht.

Abwicklung der logistischen Prozesse auf einem Containerschiff

Ein besonderes Highlight war die Besichtigung des Containerschiffs „Monte Rosa“, das aus in New York ankam und auf dem mehr als 5.000 Container Platz finden. Die Schüler wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und erhielten von der philippinisch-polnischen Besatzung viele interessante Informationen. Bei der Besichtigung des Motorenraums bekamen die Schüler einen Einblick in die technischen Details des Schiffs. Auf dem Schiffsdeck konnten die Schüler die Be- und Entladung des Schiffes verfolgen. Die Lagerplätze werden hierbei automatisch von einem System vergeben, der Schiffskran wird noch manuell gesteuert. Interessant waren auch die Gespräche mit der zwanzigköpfigen Besatzung, um einen Einblick in den Alltag auf dem Schiff zu bekommen.

Ana Beatriz Alves Martins, Auszubildende von Brasmetal Wälzholz meinte: „Die Besichtigung des Schiffs war wie ein Traum. So oft habe ich die vorbeifahrenden Schiffe vom Strand aus bewundert, heute zum ersten Mal eines betreten. Inhaltlich konnte ich viele Verknüpfungen zu den theoretischen Themen im Unterricht herstellen, was mir hilft, diese besser zu verstehen.“

Außerschulische Lernorte in der Ausbildung

Der Besuch ist Teil der Exkursionsreihe „Wertschöpfung in der Praxis“, die mit Hilfe von ehemaligen Berufsschülern organisiert wird. Die aktuellen Berufsschüler lernen während der zwei Ausbildungsjahre die komplette „Supply Chain“ von Logistik und Industrie kennen. Dies hilft ihnen die in der Schule gelernte Theorie besser zu verzahnen. Bisher standen eine Führung beim Zulieferer Schaeffler, auf Einladung von Mercedes ein Aufenthalt des Autosalons Sao Paulos und der Besuch des größten Frachtflughafens Viracopos mit Unterstützung von Lufthansa auf dem Programm. Im letzten Unterrichtsblocks wird noch der Autohersteller Mercedes besucht, um die Prozess der Produktion und Endmontage von Lkws kennenzulernen.

Heiko Weinhappl

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