Errichtung eines Denkmals auf dem Schulgelände des Colégio Humboldt – Humboldt

Errichtung eines Denkmals auf dem Schulgelände des Colégio Humboldt

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„Erinnern für die Gegenwart“ ist ein vom deutschen Auswärtigen Amt initiierter Wettbewerb für alle deutschen Auslandsschulen. Das Projekt trägt zur Förderung der Auseinandersetzung und Gestaltung von Erinnerungskultur an einer Deutschen Auslandsschule bei und hat einen deutlichen Gegenwartsbezug.

Unter anderem geht es um die Sensibilisierung der SuS für die Zusammenhänge von Geschichte und Gegenwart, aber auch um die Sensibilisierung der SuS für Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

In diesem Kontext beschäftigt sich unsere Projektgruppe mit der kritischen Aufbereitung der Zeit des Nationalsozialismus mit dem Ergebnis einer kritisch reflektierenden Videodokumentation zur Erinnerungskultur. Im zweiten Schwerpunkt geht es um die Errichtung  eines sichtbaren Ortes des Erinnerns auf dem Schulgelände des Colégio Humboldt.

Die Entwicklung

Der bisherige Prozess lässt sich in folgende Schwerpunkte zusammenfassen:

Ab Mitte Februar soll mit den baulichen Maßnahmen am dafür vorgesehenen Ort begonnen werden. Die Planung dafür obliegt im Wesentlichen dem erfahrenen Künstler Ricardo Ramalho in Zusammenarbeit mit dem Architekten Luiz Biasi. Die Schüler werden bei der Umsetzung aktiv mitwirken, aber auch Mitarbeiter der Manutenção werden an der Entstehung beteiligt sein. Die Fertigstellung ist für Mitte August geplant, sodass wir voraussichtlich am 3. Oktober, passenderweise dem 30. Jahrestag der Deutschen Einheit und damit des Endes des totalitären Regimes der DDR, das Monument feierlich eröffnen können.

Der gesamte Prozess wird von Schülern begleitend dokumentiert und zum Beispiel auf Instagram (#denkmalnach_fragmalnach)veröffentlicht.

Finanziert wird der größte Teil des Projektes durch Zuwendungen der Wettbewerbsleitung in Deutschland.

Das Monument

Nach eingehender Analyse vieler verschiedener Formen von Denk- und Mahnmalen, wurden von den Schülern in Gruppenarbeit eigene Ideen entwickelt. Folgende Idee wurde aufgegriffen, weiterentwickelt und zu einem Gesamtkonzept zusammengefügt:

Die Form entspricht dem im selbst entworfenen Logo dargestellten Stundenglas als Symbol für Zeit, die als Kategorie in der Geschichte eine zentrale Rolle einnimmt. Mehr noch soll die Form aber eine Art “Wurmloch” zeigen, durch das man in der Zeit reisen kann. Die Ausmaße des Monumentes ermöglichen es, dieses an einem Ende zu betreten und wie durch einen “Zeitsprung” aus der “dunklen Vergangenheit” in die “helle Gegenwart” zu gelangen – und dies auch in umgekehrter Weise zu tun. Diese Konzeption ermöglicht nicht nur eine reine Betrachtung, sondern auch eine aktive Nutzung des Monumentes. Im Teil der “Vergangenheit” findet sich das Leitthema “Totalitarismus” (z.B. Gleichschaltung/Uniformität, Terror/Verfolgung usw.) wieder, in dem durch die dunkle Gestaltung, die Enge und durch Metallstreben der Durchgang erschwert werden soll. Als Pendant wird dann der Bereich der “Gegenwart” derart ausgestaltet, dass positive Aspekte im Kontrast zur Vergangenheit stehen, diese aber auch bisweilen gefährdet sind (z.B. Diversität, Freiheit, Demokratie).

Weiterführend kann das Monument in zukünftigen Schülerprojekten auch auf andere totalitäre Regime, zum Beispiel die DDR-Diktatur, aber auch auf die Militärdiktatur in Brasilien ausgeweitet werden. Überdies erfolgt eine Didaktisierung des Monuments, um dieses in verschiedener Form auch für den Unterricht zu nutzen – und dies nicht nur für Geschichte, Ethik, Kunst oder Deutsch.

Der Standort zwischen der Schwimmhalle und dem Haus C ist passend für die Sichtbarkeit, die Größe des Monumentes und bietet überdies die Möglichkeit, den vorhandenen Raum besser zu nutzen – als Ort des Erinnerns und des Verweilens.

Es bietet sich mit diesem Projekt für uns als Schule eine großartige Möglichkeit, in drängenden Fragen der Gegenwart klar Stellung zu beziehen und damit etwas zu erschaffen, was vielleicht sogar Strahlkraft über das Schulgelände hinaus haben wird.

Mai 2019 – Oktober 2020

KLASSE 13 B – Geschichte/História

Mathias Rempel, Ronny Möller, Tiago A. Oliveira, Erik Hörner, Patrícia Naka

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